E-Book Rezension: Frau sein kann Mann lernen

Hallo liebe Leserinnen und Leser,
kürzlich habe ich mir das E-Book „Frau sein kann Mann lernen“ von Isabella van Vence im Amazon Kindle Shop gegönnt. Der pinke „Einband“ mit dem stilisierten High Heel hat mich neugierig gemacht und man lernt schließlich nie aus. Hier möchte ich euch das Buch vorstellen.

Das Buch beginnt mit Tipps wie man sein Selbstbewusstsein aufbauen kann, dabei geht die Autorin davon aus das alle Transvestiten eben dies nicht haben. Die Tipps, wie z.b. alles in kleinen schritten planen, die Selbstzufriedenheit steigern und täglich daran zu arbeiten sind aber nicht neu und irgendwie auch selbstverständlich.

Weiter geht es mit Bekleidungstipps, Naja, eigentlich keine Tipps, der Rat ist auf der Strasse und im Internet nach Frauen mit gleichem „Format“ zu suchen und diese zu imitieren. Dabei werden auch gerne Passagen wiederholt. z.b. liest man des öfteren wie praktisch Polsterhosen und Miederhosen sind. Gut finde ich den Abschnitt wo auf die Unterschiede im Körperbau zwischen Mann und Frau eingegangen wird. Die Tipps den männlichen Körper zu Kaschieren hat man aber schon tausend mal woanders gelesen. Der Tipp die männlichen Hände in den Hosentaschen zu verbergen ist aber sicher sowohl für Mann als auch Frau ein NoGo.

Der Abschnitt über Make Up fällt sehr dürftig aus und ich habe den Eindruck das der eine oder andere Text schon im Internet zu lesen war. Das mag aber auch daran liegen das in dem Zusammenhang immer das gleiche geschrieben wird 🙂 Wobei der Leser hier auch einmal geduzt und das nächste Mal gesiezt wird. Ich denke als Anfängerin kann man dort keinen praktischen Nutzen heraus ziehen.

Das Thema Perücken wird kurz angeschnitten und herausgestellt das man hier nicht die billigste nehmen soll und das war es auch schon zu dem, in meinen Augen wichtigem, Thema.

Es folgt ein Abschnitt zu Female Masks. Dabei frage ich mich was der hier zu suchen hat. Es ging bisher darum Als Transvestit in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich denke eine FemaleMask ist da ein NoGo. Wobei so etwas in der Art schreibt die Autorin auch.

Das nächste Kapitel beschreibt das laufen Lernen in High Heels und der generelle Auftritt als Frau. Das kann man sicher schwer in einen Text fassen, entsprechend lang sind die beiden Kapitel auch und bisher sicher das, aus dem man(n) am meisten nutzen heraus ziehen kann. Aber… Empfohlen wird mit 5-8 cm Heels anzufangen. Dabei frage ich mich, zurückblickend auf das Bekleidungskapitel, wie viele Frauen ich heute mit HighHeels auf der Strasse gesehen habe. 🙂

Der Entwicklung der weiblichen Stimme und Aussprache ist das nächste lange Kapitel gewidmet. Hier kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Ich denke, entgegen der Meinung der Autorin, man sollte seine Stimme nicht verstellen. In Sachen Wortwahl „weibliche Adjektive benutzen“ stimme ich ihr aber zu.

Es folgt ein „esoterisches“ Kapitel über die Entwicklung der weiblichen Persönlichkeit in Trance…
Ohhhmmm… nicht meins daher habe ich das Kapitel übersprungen.

Danach geht es aber endlich los, der erste Schritt als Crossdresser in die Öffentlichkeit. Ein Minutiös geplantes Unterfangen, sehr detailliert beschrieben liest es sich unterhaltsam. Ich glaube hier den Ablauf der Autorin zu lesen: „Auf dem Park&Ride Parkplatz den Sitz nach hinten schieben um sich dann der männlichen Kleidungstücke zu entledigen und die Weiblichen anzuziehen… dann im Auto schminken…“ Ich kann es mir so richtig bildlich vorstellen.
Zum Glück war ich nie in der Verlegenheit es so machen zu müssen. Es werden ein paar Orte beschrieben wo man gut seine Weiblichkeit ausleben kann. Ich denke das muss jede Dame für sich entscheiden, das Kapitel ist also eher überflüssig. Hier fehlt eher der Hinweis das man sich von dunklen Ecken, in die Frau auch nicht gehen würde, fernhalten soll.

Jetzt habe ich 70% gelesen und es folgt ein „Bootcamp zur Feminisierung“ In vier Wochen mit täglichen Aufgaben zur perfekten Frau. Tag Eins fängt an mit der Aufgabe „Grüße 20 fremde Menschen“ und an Tag Vier soll man sich gleich in der Damenschuh Abteilung beraten lassen. Hier habe ich nicht weitergelesen.

Mein Fazit:

Alles was man in dem E-Book lesen kann, findet man auch auf unzähligen Webseiten (hier z.B. 🙂 ). Die Autorin geht auf wesentliche Sachen kaum ein, andere werden dagegen bis ins kleinste beschrieben. Wirklich etwas lernen kann man vielleicht aus dem Kapitel wo es um das Auftreten als Frau geht. Das Bootcamp habe ich nur kurz überflogen, aber vielleicht hilft es auch der einen oder anderen. Wobei ich finde das die Aufgabe sich nach wenigen Tagen schon über Frauenschuhe beraten zu lassen etwas heftig ist. Dabei kommt die Wahl des Outfits erst ein paar Tage später. Ich stelle mir also die Beratung vor:

VK: Wie kann ich Ihnen helfen?
CD: Frauenschuh!
VK: zu welchem Anlass?
CD: Öhm???
VK: Welche Oberbekleidung?
CD: Öhm?
VK: Hier habe ich den Ladenhüter für den unentschlossenen Mann…

😉

Ich neige vielleicht etwas zur Übertreibung. Aber zurück zum Fazit, ich würde das Buch nicht noch einmal kaufen. Was natürlich nur meine Meinung ist, für unter drei Euro könnt ihr euch im Kindle Shop selbst ein Bild machen.