Mein neuer Haarschnitt

Endlich war es soweit, meine Haare haben eine Länge erreicht aus der meine Frisöre Agy und Thomas einen neuen Haarschnitt zaubern konnten. Aber ich fange mal von vorne an.

The beginning

Agy und Thomas sind nun schon seit einigen Jahren/Jahrzehnten unsere Frisöre und  Freunde. So fiel es mir auch recht leicht vor einigen Jahren bei den Beiden nach einer Perücke zu fragen und diese mir von den Beiden auf dem Kopf in eine schicke Frisur schneiden zu lassen. So hatte ich endlich, nach vielen Fehlversuchen eine genau auf meinen Typ, Hautfarbe und Style angepasste Perücke. Natürlich wissen wir alle das eine Perücke eher unpraktisch ist und da ich noch volles Haupthaar habe wuchs der Wunsch eine schicke Frauenfrisur zu bekommen.

The first step

Es war schon im Jahr 2014 als ich mit diesem neuen Wunsch an die Beiden herantrat. Für sie war es kein Problem, vielleicht ein kleines technisches, weil sich Männer und Frauen Haarschnitte doch sehr voneinander unterscheiden und es Herausforderung war dies in einen Schnitt zu bringen, sozusagen Androgyn. Damals, noch nicht geoutet, war ich noch die meiste Zeit im Männermodus unterwegs, es musste also ein Kompromiss gefunden werden. Ich hatte einige Wunschfrisuren vorab herausgesucht, die meisten sind bei näherer Bertrachtung einfach durchgefallen. Darunter auch ein blonder Pixie Cut von dem es damals hieß der geht nur bei hellen Haaren und der ist viel zu weiblich. Ich hatte damals tiefschwarze und zudem sehr kurze Haare, eigentlich zu kurz um etwas ansprechendes daraus zu machen. Für die Meister ihres Faches war das aber nur eine kleine Herausforderung. Projekt Eigenhaar war gestartet.

Meine Haare wuchsen, sie bekamen monatlich neue Farbe, Strähnen der Haarschnitt ging immer mehr ins weibliche. Damals dachte ich noch meine Umwelt würde es gar nicht bemerken, dem war aber nicht so. Nach meinem Outing hörte ich von vielen das ihnen meine wechselnde Haarfarbe schon früher aufgefallen ist und das sie den Schnitt auch eher weiblich fanden. Aber darüber redet man ja nicht 🙂

And now

Die Jahre zogen ins Land, ich kam immer besser mit dem Haarschnitt zurecht und Thomas fand ihn inzwischen langweilig. Nach unserem letzten Besuch deutete er etwas an, vorsichtig und durch die Blume meinte er wir könnten beim nächsten mal vielleicht etwas neues probieren. Als ich ihm sagte das ich ähnlich denke kamen die Tatsachen auf den Tisch. Er nannte den Schnitt altbacken, er würde nicht mehr zu meinem Style passen, zum wachsen wäre er ok gewesen aber jetzt muss etwas modernes her. In einem seiner Frisurenbücher zeigte er mir einen Pixie Cut, ähnlich dem, den ich schon von Anfang an im Auge hatte. Jetzt war ich offiziell Transgender, war geoutet, durfte also ganz ins weibliche und dunkelblond waren meine Haare inzwischen auch. Dem Projekt Inge ganz stylisch und modern stand nichts mehr im Weg.

Beim nächsten Termin wurden die Haare dunkelblond gefärbt und bekamen ein paar helle Strähnen. Am Oberkopf blieb die Länge, die linke Seite wurde kürzer, die Ohren frei und am Hinterkopf wurde es stufig.  Natürlich hatte ich, als er den Haarschnitt schlussendlich stylte, angst das ich es genau so hinbekommen würde, aber im Nachhinein kann ich sagen das es recht einfach ist sie so zu stylen. Etwas Hilfe holte ich mir nachträglich noch bei Youtube. Dort gibt es einige Videos zu dem Thema (klick mich, ich bin ein Link)

Das einzige was etwas störte waren die noch zu langen Haare im Nacken, ich schaffte es nicht sie so zu stylen das sie nicht an der Seite herausschauten. Aber auch das wurde gelöst. Beim nächsten Termin bekamen die Haare zuerst wieder die dunkelblonde Grundfarbe und kastanienrote Strähnen. Der Nacken wurde großzügig gesäubert und gekürzt, der Oberkopf blieb lang, die linke Seite wurde etwas kürzer. Inzwischen hat der fransige Pony auch fast das Auge erreicht aber noch stört er mich nicht. 🙂