Mein Skoda Octavia RS 230 nach 30.000 gemeinsamen Kilometern

Ein Jahr ist es es jetzt her das mein Skoda Octavia RS 230 seinen weg in meine Garage gefunden hat. In dem Jahr haben wir schon 30.000 km gemeinsam zurückgelegt. Dabei gab es bisher keine nennenswerte Probleme.

Ganz im gegenteil, er macht genau das was er soll. In den Foren kann man oft von Problemen beim Octavia RS lesen. Da lösen sich die Sitznähte auf, das Multifunktionslenkrad spinnt. Das Radio macht was es will, es klappert überall und Motor und DSG Getriebe gehen nach wenigen Kilometern kaputt.
Meiner macht das alles nicht, er läuft, er rennt, er sieht noch immer Innen wie Aussen gut aus und ich steige jeden Tag gerne ein.

2.0l TSI Motor und DSG Getriebe

Ich hatte vorher den alten 1z Octavia 1.8 TSI mit 160PS. Der war bis zuletzt ordentlich schnell. Natürlich hätte ich mir auf der Autobahn das eine oder andere PS mehr gewünscht, aber für den täglichen Verkehr war er mehr als ausreichend motorisiert.
Jetzt im 5E mit seinem 230 PS und dem DSG Getriebe ist es in der Stadt schon mal zu viel des guten und auf der Autobahn kann man laut Tacho auch schon mal 270 km/h fahren (mit fünf Personen). Da er bei 250 abgeregelt werden soll wird es wohl eher in dem Bereich liegen. Aber auf jeden Fall schnell genug und man merkt die Geschwindigkeit kaum.
In der Stadt ist man zügig unterwegs, der Eco Modus, der in meinen Augen überflüssig ist, bremst den Gasfuß schon deutlich aus und gehört nicht in einen RS :-).

Im Normalmodus, den ich zu 90% benutze, kann man jederzeit die Leistung abrufen die man braucht und wenn es dann doch mal etwas Show sein soll, wird er im Sport Modus richtig giftig und die Klangkulisse bei den nun benutzten hohen Drehzahlen machen jeden Tuningauspuff unnötig.
Ganz zu schweigen vom DSG Pupsen (Video unbedingt ganz anschauen 🙂 welches noch bei jedem Passanten für einen verdrehten Hals sorgte. Nicht das ihr denkt ich wäre eine verkappte Rennfahrerin, ich bin den ganzen letzten Sommer mit Winterreifen gefahren, die sehen sogar noch richtig gut aus und ich bin auch nur drei mal im bezahlbaren Rahmen geblitzt worden.

Heute, ende April liegen die Sommerreifen 00noch immer in der Garage. Das anhaltende Schneewetter will ich ihnen nicht zumuten 🙁

Der Verbrauch

Der Verbrauch ist stark vom Gasfuß abhängig, im Schnitt komme ich auf 8,2 l/100km. Gelegentlich im Schleichmodus auf der Bundesstraße steht aber auch schon mal eine 6 vorne. Lässt man auf der Autobahn die Pferde rennen wird es aber auch schon mal zweistellig vor dem Komma. Das darf er dann aber auch, bei der Leistung finde ich den Verbrauch auf jeden Fall angemessen. Dabei konnte ich nicht feststellen das er im Eco Modus spürbar weniger verbraucht als im normalen Modus.

Was mich aber etwas nervt ist der kleine Tank. 50 Liter fasst er gesamt, fängt er an zu Jammern gehen meist nur 43 Liter rein. Das reicht dann gerade mal für gute 500km. Da ich täglich 120km fahre stehe ich also oft zweimal in der Woche an der Tankstelle. Hier würde ich mir ein paar Liter mehr Fassungsvermögen wünschen.

Wo ich gerade bei den Flüssigkeiten bin, der Behälter fürs Wischwasser dürfte auch etwas größer sein. Durch die Scheiben und regelmäßige automatische Scheinwerferreinigung geht einiges an Reinigungsflüssigkeit durch die Düsen.

Die Assistenten

Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen wie es ist ohne Abstandsradar und Tempomat (ACC) meinen täglichen Weg zur Arbeit zu fahren. Jeden Tag stehe ich einige Kilometer im zäh fließenden Verkehr. Früher ein Ärgernis, jetzt sehe ich das viel entspannter und lasse mich fahren. Der Lane Assist hält die Spur, der Tempomat die Geschwindigkeit, der Abstandsradar den Abstand zum Vordermann und das Navi sagt mir spätestens wenn ich schon im Stau stehe das da bald einer kommt 🙂

Nachts möchte ich die adaptiven Bi-Xenon Scheinwerfer nicht mehr missen. Angepasst an die Art der Strasse leuchten sie diese immer perfekt aus. Auf der Autobahn weit voraus, in der Stadt die Gehwege, so das einem nichts entgehen sollte.

Die Rückfahrkamera sieht einen wesentlich weiteren Winkel als ich es könnte und die Einparkhilfen samt Anzeige tun ihr übriges für ein bequemes Ein- und Ausparken.

Was unnötig ist ist der automatische Einparkassistent. Es ist ganz witzig wenn er die Parklücke ausmisst und anschließend selbstständig hineinlenkt.  In unserer Tiefgarage, in der immer zwei Autos in eine Box passen macht er das aber grundsätzlich in der Mitte. Steht schon ein Auto dort braucht er bis zu drei Züge um in die Parklücke zu kommen. Das seitliche Einparken in eine Parklücke macht er gut. Da man aber zum Ausmessen ganz langsam an der Parklücke vorbei fahren muss, manchmal auch zweimal, ist man ein Ärgernis für die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer. In der Zeit stehe ich von Hand gelenkt dreimal in der Parklücke. Dies ist wirklich ein nettes Gimmick aber mehr auch nicht.

Das Columbus Entertainment System

Das Columbus Radio, basierend auf der VW MIB II Platform, wollte ich unbedingt haben. Es stand schon vor einigen Jahren während dessen Entwicklung auf meinem Schreibtisch ;-).
Jetzt, wo ich auch die kleinere Lösung in Alexandras Seat Leon gesehen habe, muss ich sagen eine Nummer kleiner hätte auch gereicht. Die eingebaute Festplatte fasst die Navi Daten und dadurch ist die Kartendarstellung ordentlich schnell. Das sie noch Fassungsvermögen für tausende MP3 hat ist zwar schön, aber unserer gesamte CD Sammlung würde auch auf eine SD-Karte passen.  Das DAB Radio ist super, der Klang in Verbindung mit dem Canton Soundsystem ist für meine Ohren perfekt.
Die Bluetooth Connectivity  verbindet sich ohne Probleme mit meinem Samsung S5, freisprechen funktioniert einwandfrei. Die Steuerung über das Multifunktionslenkrad ist ein Traum.

Das Navisystem ist toll. Gelegentlich verspricht sich die Dame. Wir haben z.b einen Kreisverkehr, man kommt aus Richtung Tübingen und fährt Richtung Tuttlingen, die Dame meint aber man solle Richtung Tübingen fahren.
Einmal ist es passiert das sie mit Meilen und Kilometer durch einander kam. Sie hat die Entfernungen richtig angegeben, allerdings wurden aus den drei Kilometern dann drei Meilen. Nach einem Neustart war aber wieder alles normal. Ich denke darüber kann man auch hinwegsehen. Ansonsten hat sie uns immer da hin geführt wo wir hin wollten, hat uns um jeden Stau herumgeführt und war nie beleidigt wenn wir doch einen anderen Weg genommen haben.

Worauf ich gut hätte verzichten können ist die Sprachbedienung, sie versteht mich recht gut und macht auch meistens was ich will, allerdings bis ich ihr das erklärt habe, habe ich es via Lenkradschalter und Touch viel schneller eingestellt.

Innenraum

Als ich die RS Leder Sitze, mit den roten Nähten gesehen habe, habe ich mich sofort verliebt. Auch heute nachdem ich Schwergewicht 30.000 km drauf gesessen habe sehen sie aus wie am ersten Tag. Sie sind bequem, die Lordosenstütze sitzt an der richtigen Stelle und sie bieten eine super Führung.

Das Leder Multifunktionslenkrad in seinem sportlichen Design und mit den roten Nähten hat mir auch  vom ersten Augenblick an gefallen, leider ist der Glatte bereich etwas empfindlich, mit einem Ring oder einer Uhr habe ich eine kleine Macke hinnein gezogen. Das ist aber auf der Rückseite so das ich es nur fühle aber nicht sehe.

Das Armaturenbrett ist übersichtlich und schön gestaltet. Die schwarz hochglänzenden Bereiche sind aber sehr anfällig für Kratzer. Am besten berührt man sie nicht, putzt sie nicht und schaut sie am besten auch nicht an, sonst sind unschöne Kratzer vorprogrammiert.
Sonst ist alles schick und außen weiß und innen schwarz passt er zu allen meinen Outfits 🙂

Der Service

Nach 26.000 km war der erste Longlife Ölwechsel fällig. Ölverbrauch hatte er keinen. Auch die sonstige Durchsicht zeigte bis auf einen minimalen Verlust beim Kühlwasser keine Probleme.  Kosten 180,-

Bei 30.000 km war dann der erste Service fällig. Auch hier war alles Problemlos, außer das er schon wieder etwas Kühlwasser verloren hat. Wie schon beim ersten Besuch wurde er wieder abgedrückt, aber es wurde nichts gefunden. Kosten: 60,-

 

Fazit nach einem Jahr und 30.000 km

Ich würde ihn jederzeit wieder kaufen, wenn ich ihn selbst konfiguriere würde ich aber auf das eine oder andere verzichten. Die paar kleinen Macken die er hat werden von den vielen guten Lösungen mehr als aufgewogen.
Aktuell überlege ich ob er nicht dem Boden noch etwas näher kommen soll und die Räder dürften mittels Spurverbreiterung auch noch etwas weiter nach außen.
Besser aussehen würde er dann auf jeden Fall (Beispielbild), aber man wird ja nicht jünger und legt insgeheim doch etwas mehr wert auf Komfort statt auf einem kurvenfressendem, sportlich hartem und tiefen Fahrwerk 🙂

 

 

Incoming search terms: