Next Outing

Hallo ihr Lieben,
wieder einmal ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein Riesen Schritt für mich. Ich habe mich bei meinen direkten Vorgesetzten geoutet. Ihr erinnert euch vielleicht das ich mit meiner Büronachbarin schon über meine Transsexualität gesprochen habe, sie hat mir dann auch empfohlen bevor ich es weiteren Leuten erzähle zuerst mit meinem direkten Vorgesetzten zu sprechen.

Da ich keine große Eile mit weiteren Outings hatte habe ich es eine ganze weile vor mir hergeschoben. Bis zu dem Tag an dem wir gemeinsam in seinem Büro gesessen haben und über meine Arbeitsaufgaben diskutiert haben. Es war mein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub und ich wollte das er weiß wo ich jeweils stehe. Irgendwann war dann auch die Bürotür zu und wir waren unter uns. Nachdem wir das Thema dann soweit angeschlossen hatten gab es etwas Smalltalk und ich sah meine Chance.
Ich sagte ihm ich müsse ihm noch etwas persönliches sagen. Für normal heißt das wohl das eine Kündigung folgt und entsprechend entsetzt sah er mich auch an. Ich fuhr aber gleich fort und sagte ihm das ich Transsexuell sei und seine Augen wurden noch größer, er wirkte aber erleichtert. (Das bilde ich mir jetzt mal ein 🙂 )
Ich redete dann etwas über das wie und warum, erklärte wie es weitergeht und was in der nächsten Zeit alles passieren kann. Er sagte das er damit bisher nichts zu tun hatte und ich versicherte ihm das es erst einmal genauso weiter läuft wie bisher nur das er mich dann irgendwann mal Inge nennen müsste. Er entschuldigte sich dann schon mal vorab wenn das mit dem Namen mal nicht so klappt, wir kennen uns schließlich auch schon seit mehr als zehn Jahren, was ich dann natürlich auch verschmerzen kann.
Ich sagte ihm dann auch das er der Zweite in der Firma ist der es erfährt und ich ihn vorab informieren wollte bevor ich das ganze Team informiere. Dafür hat er sich bedankt und meinte dann auch unser kleines Team und HR müssten wir dann bei Gelegenheit informieren, bei der ganzen Firma wäre das aber nicht nötig. Alle mit denen ich zu tun habe würde es dann früher oder später schon mitbekommen. Das Gespräch dauerte eine ganze weile und zum Ende sprach er mir seine Bewunderung aus das so durchzuziehen, ich bekomme seine Unterstützung und er wünschte mir das alles so läuft wie ich mir das Vorstelle. Mit Handschlag verabschiedete er mich dann in den Urlaub.

So cool wie ich am Anfang des Gesprächs war, so nervöser wurde ich währenddessen. Als ich dann später wieder in meinem Büro saß merkte ich deutlich wie angespannt ich war und das mir die Arme vor Aufregung zitterten. Ich brauchte erst einmal einige Minuten um mich wieder zu beruhigen um dann doch endlich den Autoresponder einzuschalten und mich in den Urlaub zu verabschieden.