Projekt Eigenhaar

Projekt Eigenhaar, oder meine Haare sollen weiblicher werden.
Als Crossdresser habe ich bisher immer eine Perücke getragen und werde sie sicher in Zukunft auch noch gelegentlich tragen. Der Gedanke meine eigenen Haare etwas mehr Unisex zu gestalten ließ mich aber nicht los.
Ich habe es mir schon lange vorgenommen, immer wieder vertragt und mich zuletzt doch bei meinem Frisör geoutet. Wie zu erwarten war hatte ich mit dem Haaratelier Werle, mit den beiden Inhabern Agy und Thomas ein kompetentes und vor allem auch offenes Team das sich um die Verweiblichung meiner Haare gekümmert hat.

Im Oktober haben wir mit meinem bisher sehr kurzen Männerhaarschnitt angefangen. Das heißt wir haben nicht viel gemacht außer sie wachsen zu lassen und sie dabei etwas in die Form zu bringen.
Ich hatte zusammen mit Lulu und Bianka ein paar Unisex/Metrosexuelle Frisuren ausgesucht. Kurz sollte es sein, die inzwischen recht hohe Stirn sollte verdeckt sein und natürlich etwas wild aussehen. Am Ende hatten wir uns drei ausgesucht. Die Erste wurde  von den Meistern abgelehnt weil sie nur blond gut aussehen würde. Die zweite Frisur mit einem Sidecut redeten sie mir aus. So blieb am Ende nur eine übrig mit der wir alle gut leben konnten: http://www.muskimagazin.com/wp-content/uploads/2010/05/muske-frizure-02b.jpg

Wie schon seit einigen Jahren bekamen die Haare wieder eine dunkle Tönung um die Grauen abzudecken. Entgegen meinem sonst recht dunklen braunen Haaren waren sie nun Tiefschwarz und wurden langsam immer länger.

Beim nächsten Frisörbesuch bekam ich dann eine Einführung im Hairstyling. Es wurde geföhnt, geglättet und gewachst, es wurde gefühlte Stunden rumgezupft und anschließend mit Gel und Haarspray fixiert. Wie ich lernte und was für den Meister auch eine Umstellung war unterscheiden sich Männer und Frauenschnitte deutlich. Ich glaube er  nannte es „weicher und runder“ und er musste einen Schnitt irgendwo in der Mitte finden.

Fast mein ganzes Leben hatte ich kurze Haare. Also nach dem waschen einmal mit dem Handtuch durch, etwas Gel und fertig. So war es für mich schon eine deutliche Veränderung und ich hatte mit den jetzt längeren Haaren schon das eine oder andere Problem. Jeden morgen 15 Min styling und irgendwie sahen sie jeden morgen anders aus. Inzwischen muss ich schon früher aufstehen um das volle Beauty Programm zu schaffen.

Mit den im November frisch geschnittenen Haaren kam ich schon besser klar. Bianka kramte ihr altes Glätteisen aus, welches wir dann aber schnell durch ein neues ersetzt haben. Ich fing also auch an, einmal in der Woche meine Haare zu glätten. Aufgrund eines durch den Spiegel hervorgehobenes RechtsLinks/Problems, stocherte ich aber mehr in der Luft herum und verbrannte mir die Finger als das die Haare glatt wurden.
Wie meinte Meister Werle: „Die Mädels fangen mit 16 an ihre Haare zu stylen, da hast du als Querseinsteiger Nachholbedarf“. Damit hat er wohl recht, also üben, üben und noch mehr üben.

Im Dezember war es dann geschafft wir waren alle zufrieden. Die Haare hatten eine annehmbare Länge und inzwischen konnte ich sie auch einigermaßen selbst stylen. Eine kleine Anmerkung seitens des Meisters: „Färben und Strähnchen würde jetzt gut passen, ginge aber auch sehr ins weibliche“ setzte sich in meinen Kopf.

Ihr konntet den Zustand schon bei meinem Silvesteroutfit sehen.

Weiter ging es im Januar, bisher hatte meine Umgebung nicht auf den Haarschnitt reagiert und der Gedanke von Farbe und Strähnen war immer noch in meinem Kopf.
Also kurzerhand erwähnte ich es beim nächsten Besuch. Es gab nur eine kurze Nachfrage ob ich mir sicher bin. Natürlich war ich mir sicher, ich hatte ja einen Monat drüber nachgedacht und es ging los mit der Farbwahl. Es sollte ähnlich meiner eigene Haarfarbe werden. Ein etwas hellerer Braunton, damit die grauen Haare nicht so schnell auffallen und dazu goldbraune Strähnen.

Wieder lernte ich etwas dazu. Die Farbtöne für Männer und Frauen unterscheiden sich. Bei mir „Mann“ darf es daher nicht so stark ins rötliche gehen, das ist eher den Frauen vorbehalten.

Letztendlich verbringe ich ja doch noch die meiste Zeit in der männlichen Rolle und ich muss ja noch etwas Rücksicht auf meine Umwelt nehmen. Die Farben waren dann schnell gefunden und ich bekam zum ersten mal in meinem Leben die Haare gefärbt und anschließend Strähnen.

Das finale Styling übernahm dann Agy. Beim zupfen der Augenbrauen bemerkte sie das die nun auch gefärbt werden müssen. Also gab es hier auch  noch etwas Farbe und anschließend erklärte sie mir noch einmal wie ich mit Wachs, Haarspray, Föhn und Glätteisen umgehen muss.

Jetzt haben wir also fast den Endszustand erreicht, etwas wachsen dürfen sie noch. Die Grundform steht aber im wahrsten sinne des Wortes. „Projekt Eigenhaar“ ist erst einmal abgeschlossen aber warten wir mal ab was die Zukunft noch an Ideen bringt 🙂

PS: Das Bild ist direkt am Abend im Männermodus entstanden. Bessere werden folgen…

PS2: Männermodus heißt hier die enge Lederhose von Asos, der Strickpulli und der Loopschal von Sheego. Also alles aus der Damenabteilung was aber nicht besonders auffällt. Aber das dachte ich ja schon einmal  als eine Flugbegleiterin mich nicht richtig einordnen konnte (Link zur Story)
Auffälliger waren dann nur meine geliebten Keilboots. Meine Silikonbrüste und das Make Up durften zu hause bleiben. Also nur 1/2 Inge 🙂

 

 

Incoming search terms: