Start der Hormonersatztherapie

Es ist so weit, ich hatte die Voruntersuchung beim Endokrinologen, ich habe meine Leber checken lassen, ich habe meinen Blutdruck checken lassen, ich habe die Indikation meiner Therapeutin und ich war zum zweiten mal für das Aufklärungsgespräch beim Endo.

Es war soweit,
ich startete mit meiner Hormonersatztherapie.

Blutwerte Februar 2017. Hinten der männliche Normbereich

Genaugenommen wird erstmal mein Testosteronspiegel auf weiblichem Stand gebracht. Angekündigt war das ich zwei bis drei Monate Testosteronblocker in Form von Cyproteron Tabletten nehmen sollte.

Da mein Werte aber schon sehr weit unten sind, sind daraus erst einmal sechs Wochen geworden. Ende Mai muss ich also wieder mein Blut untersuchen lassen und dann sehen wir weiter.

Cyproteronacetat, Cyproteron, Androcur

Die Wirkung des Androcur bestätigte später auch der Beipackzettel. Über die diversen schwerwiegenden Nebenwirkungen möchte ich mich gar nicht auslassen, ich habe aber die Hoffnung das meine Dosis viel zu gering ist. Laut Beipackzettel kann die bei anderen Krankheitsbildern bis zu 300mg betragen.

In vielen Foren ließt man das Frau lieber auf CPT verzichten sollte da es sehr starke Nebenwirkungen haben kann. Natürlich hatte ich mich vorher informiert und habe auch bedenken angemeldet.

Der Endo (Trans erfahren) stellte mir dann auch noch eine zweite Variante zur Auswahl. Von Anfang an  gleich massiv weibliche Hormone zu nehmen. Auch in dem Fall stellt der Körper die Testosteronproduktion ein und die Rezeptoren stellen sich auf die weiblichen Hormone um.

Er sagte mir dann aber auch gleich das ich dann mit Sicherheit sehr stark zunehmen würde. Für mich doch ein Grund das Risiko mit den Blockern einzugehen.

Er klärte mich über die Wirkung/Nebenwirkung vom CPT auf. Was wohl mit Sicherheit kommt ist das man sich schlapp fühlt, nicht so leistungsfähig ist und auch Muskeln abbaut. Dazu verliert man komplett die Libido und bereits vorhandene Depressionen werden verstärkt. Er meinte auch ich solle meine Umgebung auch darauf vorbereiten und auch weitere Termine bei meiner Psychologin wahrnehmen.

Depressionen habe ich hoffentlich nicht, meine Libido ist schon jetzt so gut wie nicht vorhanden und dem Muskelabbau kann ich im Fitnessstudio hoffentlich entgegenwirken.
Ich denke es wird mich auch nicht so schwer treffen. Mein Testo Wert liegt mit 2.4 nmol/l schon unter dem männlichen Normalbereich. Dieser liegt bei 2.5 – 7 und ein Wert unter 4 gilt beim normalen Mann schon als Behandlungswürdig. Ich sollte eigentlich schon länger auf Testo Entzug sein. Vielleicht ändert sich also gar nicht so viel.

 

Ich bekam auch eine Hausaufgabe in Form eines Umschlag mit allem Zubehör zur Blutabnahme mit.  Nein, ich soll es natürlich nicht selbst machen. Aber so brauche ich in sechs Wochen nicht zu ihm, sondern kann mir beim Hausarzt Blut abnehmen lassen und es ihm dann zuschicken.

 

Nun nehme ich also täglich 50 mg Androcur in Tablettenform zu mir.
Natürlich hatte unsere Dorfapotheke es nicht vorrätig, so das ich meine erste Tablette am 11.04.2017 am späten Nachmittag nahm. 

Outfit

Noch etwas zu meinem Outfit und welche Reaktion es auslöste. Bei meinem zweiten Besuch war es zum ersten mal in diesem Jahr schön warm und so trug ich natürlich auch ein sommerliches Outfit bestehend aus einem puderfarbenen (Rosa) Oversize Blusenshirt im Two-in-One-Look, einem Trägertop mit einem luftigen Chiffon Shirt darüber. Dazu eine Khakifarbene Jogpants in Karottenform mit einem Rosa Streifen an der Seitennaht.
Vervollständigt wurde das Outfit durch meine kleine graue Universal Handtasche, einem weißen Loop und rosafarbenen Loafern.

In seinem Bericht bescheinigte mir der Endokrinologe so auch:

„Hinsichtlich Gestik und Mimik sowie Kleidung eindeutig weibliche Person, auch nicht überzogen“

Das ließt Frau doch gerne 🙂

Wirkung

Puderfarbenes Oversize Shirt und khaki Jogpants

Jetzt nach knapp zwei Wochen verspüre ich die erste Wirkung. Ich friere ständig (was allerdings auch am Schneewetter Ende April liegen kann) und ich bin permanent müde. So schlimm das ich ein Meeting auf der Arbeit vorzeitig verlassen musste, sonst wäre ich eingeschlafen.

Meine Libido konnte vermutlich nicht mehr viel weiter runter. Aber ich spüre „ihn“ kaum noch und obwohl ich nie ein Problem mit „ihm“ hatte, ist es jetzt ein befreites und schönes Gefühl. Ich kann es schwer erklären, natürlich hängt „er“ noch rum und natürlich ist auch noch Gefühl darin, aber „er“ führt kein Eigenleben mehr. Ich habe „ihn“ voll unter Kontrolle. 🙂

Beim Sport merke ich das die Kondition deutlich nachgelassen habe. Freute ich mich vor kurzem noch das ich endlich ein paar Minuten auf dem Laufband Joggen kann, geht mir jetzt wieder schnell die Puste aus.

Viel kraft habe ich allerdings nicht verloren. Bei den Gewichten ist alles beim Alten. Aber auch im Kraftzirkel, fehlt es mir an Ausdauer um zwei komplette Runden zu machen. Bei der Zweiten lasse ich dann abwechselnd einige Geräte aus.

Ende Mai geht es dann mit der nächsten Blutuntersuchung weiter…