Trans* Therapie

Auch in diesem Monat war ich wieder zur begleitenden Therapie. Wie angekündigt gab es die Überweisung zum Endokrinologen und die Namen von zwei Ärzten die sich mit dem Thema auskennen. Dazu dann noch grünes Licht für die gerichtliche Namensänderung.

Januar Therapie

Während der Januar Therapie ging es in der Hauptsache um das Thema was Alexandra und mich seit Weihnachten beschäftigt. So das es in der ersten Hälfte kaum um das Trans* Thema ging. Dann kamen wir aber zu dem Punkt wie es nun weitergeht. Die Therapeutin meinte mit meinem Lebenslauf braucht ich keinerlei Angst vor den gerichtlichen Gutachtern haben. Mein Lebensweg wäre mehr als eindeutig. Auch sprachen wir über die HET und ich bekam die Überweisung zu einem Endokrinologen, allerdings nur zur Voruntersuchung.

Arztsuche

Nach gefühlten Stunden in der Warteschlange bekam ich bei dem ersten Endokrinologen einen Termin Ende April 🙁 Beim zweiten durfte ich mich gefühlte 40mal nach dem Besetztzeichen neu einwählen, bekam dann aber einen Termin ende Februar. Dieser Termin war nun in dieser Woche.

Endokrinologe

Zum Termin musste ich gute 100km nach Konstanz fahren und wie immer wenn ich das erste Mal irgendwo hinfahre war ich natürlich viel zu früh da. So bekam ich vorab schon mal einen dieser üblichen Fragebogen. Bekannte Krankheiten, Allergien, ob ich rauche, wie viel ich trinke usw.  Zwar werde ich hier noch wie auf meiner Krankenkassenkarte mit Herr geführt, aber auf meinem Laufzettel stand hinter meinem Namen ganz groß und und mit Anführungszeichen „FRAU !!! “

Pünktlich wurde ich dann auch entsprechend ins Arztzimmer gerufen und wir gingen gemeinsam den Fragebogen durch. Er sprach dann auch die Genuntersuchung (eventuelle Intersexualität) an, die ein anderes Labor durchführt und das hier der Datenschutz sehr groß geschrieben wird. Später musste ich zu dem Thema auch noch eine extra Erklärung unterschreiben. Er stellte dann einige Fragen zu meiner Transexualität, zum Sexleben und es folgte eine kleine Untersuchung der Schilddrüse, Herz, Lunge, Blutdruck usw. Er schaute sich auch meinen nackten Oberkörper an und später musste ich auch kurz die Hose herunter lassen.

Als Fazit, durch mein Übergewicht bin ich bei der HET etwas durch Thrombosen gefährdet, besser wäre wenn ich mein Gewicht noch etwas reduzieren würde. Mein Blutdruck war etwas hoch, das führte er aber auf die peinlichen Fragen vorher zurück. Meine Hoden wären schon recht klein und meine Brust sehr ausgeprägt, was ihn zu dem Schluss brachte das ich vermutlich nicht so viel Testosteron in mir habe.

Er stellte mir dann kurz die verschieden Methoden der HET vor und seine Bevorzugte ist  während der ersten 2-3 Monate nur Blocker zu geben (abhängig wie hoch der Testosteron Wert ist), damit den Testosteronspiegel herunter zu bringen um dann erst mit Östrogenen zu beginnen. Er meinte das man so am besten die Verträglichkeit der Medikamente sieht.

Er führte mich dann ins Labor wo mir gefühlte fünf Liter Blut abgenommen wurden. Hier konnte ich auch einen Blick auf den Monitor werfen und sein Schlusssatz der Untersuchung bescheinigte mir ein „vollkommen weibliche Kleidung und auftreten“, mit dem Zusatz „nicht übertrieben“ . Ich trug mal wieder eine meiner Skinny Jeans zum Longtop und meinem neuen Lieblingsponcho. Ähnlich wie ich es im letzten Beitrag beschrieben habe, nur das ich diesmal auch noch schicke Schuhe anhatte.

Die Dame vom Labor erklärte mir dann das der Bericht des Genlabors ca 14Tage dauert, sie würden dann den Bericht gleich mit den Vorschlägen zur Medikation an meine Therapeutin senden und die müsste dann entscheiden wie es weitergeht. Auf jeden Fall müsste ich ca. alle drei Monate zur weiteren Blutuntersuchung erscheinen.  Für mich klang es so als könne mir meine Therapeutin dann auch gleich die Medikamente verschreiben und zu ihnen muss ich nur noch zu den Blutuntersuchungen. Aber das sehe ich dann im März.

VA/PA

Gleichzeitig bekam ich von der Therapeutin auch grünes Licht für die gerichtliche Namens-/ und Personenstandsänderung. Ich weiß die hätte ich auch jederzeit vorher machen können aber ich gehe lieber den sicheren Weg. Sie meinte ich solle in den Antrag auf jeden Fall schreiben das ich bei ihr in Behandlung bin und sie und einen bekannten Gutachter aus Ulm als Gutachter anfordern. Normal würde das Gericht den Wünschen folgen.

Da ich mir nicht sicher war welches Amtsgericht für mich zuständig ist rief ich beim Ortsansässigen an. Die Rückfrage bei einer Kollegin und die bitte am nächsten Tag noch einmal anzurufen zeigte mir eigentlich schon das ich falsch bin. Am nächsten Tag erfuhr ich dann das es immer das nächste Gericht ist an dem auch ein Landgericht angeschlossen ist. In meinem Fall Hechingen.

So das ich dort anrief und fragte was sie genau von mir benötigen. Die Antwort: Ein formlosen Antrag auf dem mein Wunschname steht. Auf meine Frage ob das wirklich reicht kam dann eine Kopie der Geburtsurkunde und des Personalausweises könnte ich auch beilegen, mehr brauchen sie erst einmal nicht.

Den Antrag formulierte ich dann doch noch anhand einer Vorlage aus der TGG Facebookgruppe etwas ausführlicher und ging gleich auf die im TSG §1 und §8 beschriebenen Punkte ein:

„Ich stehe seit drei Jahren unter dem Zwang dem weiblichen Geschlecht zu zugehören“
„Ich denke nicht das sich dies noch einmal ändern wird“
„Ich wünsche mir die Gutachter x und y die mit der Thematik vertraut sind“
„Ich bin seit 04/2016 in der begleitenden Therapie“

Und zuletzt das ich sie bitte, so weit es geht, in dem Verfahren meinen Wunschnamen zu verwenden. Zusammen mit einer Kopie meiner Geburtsurkunde und meines Personalausweis ging der Antrag in dieser Woche raus.