Der DGTI Ausweis

Hallo ihr Lieben,

ich bin wieder einen kleinen Schritt weiter, grob vier Wochen nach dem Antrag ist mein DGTI Ergänzungsausweis da. Links seht ihr ihn, er hat das Format eines alten Personalausweises, bezieht sich auch auf diesen, zeigt aber ein aktuelles Bild, auf dem ich hoffentlich auch weiblich wirke und meinen neuen Wunschvornamen.
Unten dann die Erklärung warum ich jetzt so aussehe, die dann auf der Rückseite auch noch in Englisch und Französisch steht.

Das Bild habe ich übrigens selbst gemacht. Auf http://www.biometrisches-passbild.net/ habe ich mir die Informationen geholt wie es auszusehen hat. Habe mich vor einen weißen Schrank gestellt und mit einer Tageslichtlampe, Fernauslöser und der Nikon P7700 das Bild gemacht. Anschließend dann auf das benötigte Maß reduziert, natürlich keine Schönheits Korrekturen im Photoshop gemacht 🙂 und es dann online über Pixum.de drucken lassen. Das lief alles problemlos und wenige Tage später hatte ich die Fotos in Händen. Ganz Biometrisch ist es dann doch nicht geworden, man darf nicht lächeln, aber zum Glück ist das für den Ausweis auch nicht gefordert.

Laut DGTI Webseite verlangen sie zur Ausstellung unter anderem eine Bescheinigung eines behandelnden Arztes das eine Transsexualität vorliegt. Bei mir hat aber eine Überweisung meines Hausarztes mit der Verdachtsdiagnose „Transsexualismus“ ausgereicht.
Sehr Interessant war das Begleitschreiben zum Ergänzungsausweis. Nach dem sind alle staatlichen Behörden verpflichtet den Ergänzungsausweis anzuerkennen und die gewünschte Geschlechtsangehörigkeit zu respektieren (siehe auch hier). Und das auch schon vor der gesetzlichen Namens und Personenstandsänderung (TSG §1, §4 und §8). So wird auch darauf hingewiesen das man nur mit dem Ergänzungsausweis schon mache Sozialpapiere und Zeugnisse ändern kann und auch die Vorlage beim Arbeitgeber soll dem helfen den neuen Namen und das neue Geschlecht zu akzeptieren. Alles in allem also eine gute Sache. Sicher hat man das Recht auch ohne Ergänzungsausweis auf seiner Seite. Aber es ist doch schon eine kleine mentale Stärkung das Papier in der Handtasche zu haben.
Passend dazu hat mir die Psychotherapeutin auch beim ersten Gespräch schon gesagt das ich meinen Wunschnamen fast überall verwenden kann. Sogar schon Verträge damit abschließen kann. Die wenigen Ausnahmen sind wohl vor Gericht und bei Bankkonten, bei denen man den im Personalausweis eingetragenen Namen verwenden muss. Im Ausblick auf die Urlaubszeit hat sie mir auch empfohlen bei Flugbuchungen lieber den alten Namen zu verwenden. Es könnte sonst Probleme geben. Das kann ich aber, bei der aktuellen Lage, auch gut verstehen und meine bisherigen Flüge mit altem Namen und neuem Aussehen verliefen auch immer Problemlos.

Unseren nächsten Urlaub haben wir aber auch schon im letzten Jahr gebucht, Pauschal und natürlich noch auf dem alten Namen. So habe ich auch gleich den Test gemacht und eine kurze Mail an das Hotel gesendet. Inhalt die Erklärung das ich transsexuell im Anfangsstadium bin und die freundliche Bitte, falls es möglich ist, mich als Frau Inge N… zu führen. Dies wurde freundlich und positiv beantwortet.:

Buenos días Señora N…
Besten Dank für Ihr heutiges E-mail.
Wie gewünscht haben wir Ihr Name im Computer geändert.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen.
Mit freundlichen und sonnigen Grüssen

Und das sogar ohne Ergänzungsausweis. Also steht mein erster offizieller Hotelaufenthalt als Inge kurz bevor und auch meine erste Hotelrechnung auf meinem neuen Namen. Soll ich jetzt 🙂 oder doch 🙁

 

 

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