Transsexuell: Outing beim Hausarzt

Wie im letzten Beitrag geschrieben mache ich mir im Moment Gedanken über meine Zukunft. Da der Beitrag etwas verzögert veröffentlicht wurde habe ich mir schon länger Gedanken gemacht und habe Anfang April mit meinem Hausarzt über das Thema Transsexualismus gesprochen.

Hausarzt

In dem Glauben das ich eine Überweisung von meinem Hausarzt brauche habe ich mit ihm darüber gesprochen. Er war erstaunt, hatte sich aber auch schon länger über mein äußeres gewundert. Ich sagte ihm das ich mich bei ihm und anderen „offiziellen“ Anlässen zurückgehalten habe. Woraufhin er meinte das brauche ich nicht, seine Damen wüssten es nun sowieso und ich brauchte da keine Hemmungen haben. Er könne mich auch gleich mit meinem Wunschnamen in der Kartei führen. Das verneinte ich aber erst einmal.
Er hatte dann noch einige Fragen, Wie lange ich es schon spüre im falschen Körper zu sein, Ob ich ein Problem mit dem männlichen Körper hätte, wie ich meine Sexualität auslebe, wie meine Frau damit klar kommt und so wurde es doch ein längeres Gespräch bei dem ich ihn aber mehr über das kommende aufklärte. Seine Frage ob ich dann auch eine Geschlechtsangleichende OP machen wolle verneinte ich erst einmal weil ich mich dazu zu alt fühle und auch Angst davor habe. Er versicherte mir das ich keineswegs zu alt sei und die Operateure mit der GAOP auch schon viel Erfahrung haben.

Die roten Nägel kann und will ich nicht mehr verbergen

Am Ende sagte er mir dann das ich sein erster Fall sein und er auch nicht wüsste was er mir raten kann. Ich sagte ihm das alles weitere von einer Begleittherapie abhängt und von ihm eine entsprechende Überweisung brauche. Letztendlich sicherte er mir seine volle Unterstützung zu und ich verließ die Praxis mit einer Überweisung zur Psychotherapie und einer Liste mit 30 Psychologen in der Nähe.

Motivation

Er fragte mich natürlich auch nach meiner Motivation und warum ich mich gerade jetzt dazu entschieden habe. Er wusste auch das es normalerweise lange in einem schlummert und irgendwann ausbricht. Ich sage ihm Das ich es schon seit meiner Jugend spüre, ich mich in den letzten Jahren stark entwickelt habe und meine Motivation ist das ich immer öfters als Frau erkannt werde, selbst ohne das ich es darauf anlege. Viele Ereignisse könnt ihr hier im Blog nachlesen, meine diversen Urlaube, die Sicherheitskontrollen, als ich von Männertoiletten vertrieben wurde und letztendlich als mir meine Kollegin sagte das es ihr auf der Arbeit, wo ich mich bewusst männlich kleidete, aufgefallen ist. Zudem sagte sie mir ihre Hilfe als Betriebsrätin zu und nahm mir die Angst wegen der Transition eventuell den Job zu verlieren.

to be continued…