Wer ist Inge?

Mein Name ist Inge und ich bin Transsexuell

Die Überschrift trifft es schon auf den Punkt. Nachdem ich mehr als vierzig Jahre als Mann gelebt habe, habe ich mich 2016 entschlossen mein weiteres Leben als Frau zu führen.

Hier in unserem Blog könnt ihr meine Fortschritte der letzten Jahre nach verfolgen und findet neben mir und meinem Leben auch Informationen und Tipps zum Thema Crossdressing, Transsexualität, Style, MakeUp, Urlaubsreisen….

About me

Ich bin inzwischen gute vierzig Jahre alt und von Beruf Softwareentwicklerin bei einem großen Automobilzulieferer. Als Release Engineer habe ich hier viel mit Linux auf embedded systems zu tun, schreibe viel Dokumentation und programmiere in C, Java, Lua, Python und was es sonst noch so alles gibt 🙂
Hobbymäßig bastel ich auch gerne mit Mikrocontrollern und seit meiner Jugend habe ich auch ein Faible für Roboter und deren autonomes Verhalten.
Die nächste Sparte meines Interesses ist der Modellbau, besonders RC-Cars und im speziellen Crawler. Meine künstlerische Kreativität lebe ich mit Airbrush und seit neustem im Nageldesign aus.

Ich bin in Nordrhein Westfalen geboren und aufgewachsen. Die Aussicht auf einen guten Job führte mich aber vor fünfzehn Jahren nach Baden Württemberg. Fast genauso Lange lebe ich mit Alexandra zusammen. Kinder haben wir keine, unser Kinder Ersatz ist ein kleiner Schwarm Wellensittiche.

Crossdressing

Ohne die Begriffe Crossdressing und Transgender zu kennen trug ich schon in meiner frühen Jugend heimlich die Kleider meiner Mutter. In meiner frühesten Erinnerung muss ich ungefähr zehn Jahre gewesen sein.
So hat es sich immer weiter gesteigert, später, mit der eigenen Wohnung hatte ich natürlich meine eigenen Sachen, versuchte mich an MakeUp und lernte durch das Web die oben genannten Begriffe kennen. Ich war also Vollblut Crossdresser und hatte über das Web kontakte all over the world. Das ganze lief aber noch immer heimlich und nur in den eigenen vier Wänden ab.
Als ich Alexandra kennen lernte wusste sie gleich am Anfang von meinem zweiten Leben. Ich lebte es aber nach wie vor nur in den eigenen Wänden aus und dachte immer es sei für mich nur ein Spaß. Den Gedanken das ich Transsexuell sei, wies ich weit von mir. Der Wunsch auch in der Öffentlichkeit meine weibliche Seite zu zeigen wuchs aber immer mehr.

 

Meine beste Freundin, Zwillingsschwester

2014 Lulu & Inge

Vor einigen Jahren lernte ich dann Heike kennen. Natürlich auch wieder im Web, inzwischen ging ich kaum noch auf die Straße. Als Mann wollte ich nicht und als Frau traute ich mich nicht. Wir waren von der ersten Minute an Freunde, beste Freunde oder eineiige Zwillinge. Sie unterstützte mich und ihr Ihr Fazit:

“Du bist zu mindestens 75% Frau”

Dies steigerte sich dann auf 90%. Da wir in verschiedenen Ecken von Deutschland wohnen haben wir lange gebraucht bis wir uns live getroffen haben. Ab dem Zeitpunkt intensivierte sich unsere Freundschaft aber und dank ihrem Selbstbewusstsein, welches locker für zwei reicht, war ich mit ihr zum ersten mal in der Öffentlichkeit und bei weiteren Besuchen trat ich nur noch als Frau auf.

Androgyn

Es folgte eine Phase in der ich androgyn aufgetreten bin, ich bediente mich immer mehr in der Frauenabteilung, achtete aber darauf dass die Kleidung nicht zu feminin wirkt. Anfangs hatte ich mir selbst die Regel gestellt:

“Wenn du als Mann rausgehst, trage nur ein weibliches Teil”

Dabei blieb es aber nicht lange und es wurden mehr Teile. Irgendwann wurde es normal in der weiblich androgynen Kleidung herumzulaufen. Das einzige männliche an mir waren noch die Skull -T-Shirts im Sommer und die Jacken im Winter.
Nach den ersten Kurzurlauben bei Heike folgen auch die Jahresurlaube als Frau. Mit dem Gedanken, in Spanien kennt mich eh keiner da kann ich herumlaufen wie ich will, merkte ich schnell dass es wirklich so war. Niemand störte sich an mir. Ich konnte Leben wie ich will.
So verstärkte es auch meine Aussehen im normalen Leben. Ich ließ mir den Bart lasern, Ich ließ mir einen Frauen Haarschnitt schneiden, die Augenbrauen zupfen. Ich verbrachte bald mehr Zeit im Bad als Alexandra.

Dann ließ ich mir auch die Nägel regelmäßig machen, anfangs nur verstärkt/gepflegt, dann Nude Farben, dann bunt. Ich redete mir ein, auch Mann kann Farbe tragen. Ich war Meister im verdrängen des Gedankens dass ich Transsexuell sei und wies das immer weit von mir.
Heike war schon immer überzeugt dass ich mehr Frau als Mann bin. Alexandra erwähnte auch immer öfters ob ich nicht vielleicht doch Transgender bin. Ich habe es aber für mich verdrängt. Ich hatte über die Jahre viel Kontakt mit Transgendern und sah wie ihr Leben den Bach hinunter ging. Vielleicht war es die Angst die mich immer wieder dazu brachte:

“Nein, ich bin nur ein Androgyn aussehender Mann.”

Ich bin Transsexuell

Anfang 2016 drang der Gedanke dann auch zu mir durch. Eine Kollegin sprach mich auf meine Nägel an, als ich ihr von meiner Neigung beichtete meinte sie das sei ihr schon seit Jahren klar. Das hörte ich nach meinem Outing dann noch diverse male. Eigentlich hat man mich also schon in meiner androgynen Phase als Frau erkannt. Nur, darüber spricht man natürlich nicht.
Nach dem Gespräch ging ich in mir, Sprach mit Heike und Alexandra, mit Freunden und hörte nur, “hab ich dir schon immer gesagt”, bis “das war mir schon immer klar” im April 2016 stand mein Beschluss dann fest das ich den Rest meines Lebens als Frau verbringen will.

 

Stand Dezember 2016

Ich habe die volle Unterstützung von Alexandra, Heike, von meinem Hausarzt, meiner Therapeutin, meiner Firma, lebe und arbeite als Frau. Ich bin in der begleitenden Therapie, für Mitte 2017 habe ich die Hormontherapie (HRT, HET) in Aussicht und ich denke inzwischen auch immer mehr über die Geschlechtsangleichende Operation (GAOP) nach. Mein Ziel:

 

Mit (spätestens) fünfzig Jahren
bin ich hoffentlich eine (vollständige) Frau!

Gran Canaria 2014